Sanierungsgebiet Friedrichsfeld Zentrum
Ausgangslage
In Friedrichsfeld gibt es einen gewachsenen Ortskern, in dem 2014 ca. 90 % der Gebäude sanierungs- bzw. modernisierungsbedürftig waren, jedes 10 Gebäude sogar mit erheblichen baulichen und energetischen Mängeln. Die meisten Gebäude sind in privatem Besitz und werden als Wohnraum genutzt. Vor allem in der Vogesenstraße gibt es eine Leerstandsproblematik. Großflächige öffentlichen Grünanlagen gibt es im Zentrum von Friedrichsfeld nicht. Der zentrale Spielplatz in der Rappoltsweiler Straße ist veraltet und auf Kleinkinder ausgelegt, es fehlen Aufenthaltsbereiche für ältere Kinder und Jugendliche. Der öffentlichen Straßenraum der Quartierseingänge nördliche und südliche Vogesenstraße mit vielen Fußgängern (Zugang zum öffentlichen Nahverkehr) heizt sich aufgrund fehlender Beschattung stark auf.
Sanierungsziel(e)
Durch die Sanierung von mehreren Stadtteilplätzen soll die Aufenthaltsqualität in der Ortsmitte nachhaltig gestärkt und gleichzeitig verbesserte Rahmenbedingungen für unterschiedlichste Nutzungen geschaffen werden. Zudem sollen die städtischen Spielplätze im Quartier so umgestaltet werden, dass diese künftig von Kindern aller Altersklassen sowie auch von Menschen mit Einschränkungen genutzt werden können.
Einzelmaßnahmen im Überblick
- Neugestaltung der Stadtteilplätze Hugenottenplatz, Bechererplatz und Bürkleplatz
- Sanierung der Spielplätze Rappoltsweiler Straße, Altkircher Straße und Sundgauanlage
Eckdaten
| Vorbereitende Untersuchungen | 30.04.2013 |
| Beschluss Sanierungssatzung | 20.12.2016 (Gebietsgröße 53 ha) |
| Beschluss Gebietserweiterung | 16.04.2024 (Gebietserweiterung auf insgesamt 54,4 ha) |
| Rechtskraft mit Veröffentlichung | 29.12.2016 bzw. 23.05.2024 (Amtsblatt Stadt Mannheim) |
| Förderprogramm | Die soziale Stadt (SSP) bis 2020, Sozialer Zusammenhalt (SZP) ab 2021 |
| Aufnahmejahr | 2016 |
| Bewilligungszeitraum | 01.01.2016 - 30.04.2027 |
| Bewilligte Fördermittel | 0,8 Mio. € |
Beschreibung und Stand der Einzelmaßnahmen:
Hugenottenplatz (Goetheplatz)
Die Umgestaltung des Hugenottenplatzes ist auf der Grundlage des im Rahmen der Bürgerbeteiligung zustande gekommenen Entwurfskonzeptes vom Büro Bierbaum Aichele aus Mainz seit Dezember 2017 baulich abgeschlossen. Hochbeete wurden entfernt und der Platz unter Erhalt des Baumbestandes neu gepflastert. Die Haltebucht für den Linienbus ist entfallen (der Bus hält nun auf der Straße), wodurch die Platzfläche bis zur Straße vergrößert werden konnte.
Bechererplatz
Die Neugestaltung des Bechererplatzes sollte "Raum für Begegnungen" schaffen. Durch die Reduzierung der Planzen auf dem Platz selbst und Anpflanzungen ausschließlich an den Rändern wurde eine klare Linie und eine bessere Übersichtlichkeit auf dem Platz erreicht. Der vorhandene Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa oder Kaiserbaum, sehr selten) konnte erhalten werden. Die Bau- und Pflanzarbeiten wurden im August 2022 beendet. In der rund zweimonatigen Bauzeit wurden 360 qm neues Pflaster verlegt, der Einbau eines neuen Blindenleitsystems durchgeführt sowie eine neue Beleuchtung mittels LED-Leuchten eingebaut. Diese soll vorrangig zu einem erhöhten Sicherheitsgefühl rund um den Platz beitragen. Die ca. 500 qm große Asphaltdecke im Kreuzungsbereich zwischen der Vogesen- und der Neudorfstraße wurde ebenfalls saniert. Neue Abfalleimer sowie der Einbau von neuen Sitzbänken steigern die Aufenthaltsqualität des rund 400.000 Euro teuren Platzes.
Bürkleplatz
Der Bürkleplatz, der sich zwischen der Rappoltsweiler- und Neudorfstraße in Mannheim Friedrichsfeld befindet, wurde ab Mitte Januar bis Ende Februar 2022 mit der Vorgabe, die Blickbeziehung zur Kirche St. Bonifatius hervorzuheben, umgebaut. Neben einer neuen Rasenfläche wurden eine Pflanzfläche für Stauden und Büsche sowie eine wassergebundene Wegedecke angelegt. Neue Sitzbänke aus Beton mit Holz-Sitzauflagen sowie die Neupflasterung des Gehwegs entlang der Neudorfstraße runden das Gesamtbild des Platzes ab.
Spielplatz Rappoltsweiler Straße
Der an die Grundschule Friedrichsfeld grenzende Spielplatz in der Rappoltsweiler Straße wurde ab Juni 2025 umgestaltet und konnte im September 2025 feierlich wiedereröffnet werden. Neben zahlreichen neuen Spielgeräten, welche teilweise auch von Rollstuhlfahrer*innen genutzt werden können, befindet sich auf dem Spielplatz nun auch ein Leitsystem für Menschen mit Seheinschränkungen.
Sonderabschreibungen im Sanierungsgebiet
Im Sanierungsgebiet Friedrichsfeld-Zentrum besteht für Hauseigentümer die Möglichkeit, Kosten für Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung steuerlich gelten zu machen (§ 7h, 10f, 11a EStG):
- Bei vermieteten Gebäuden oder Wohnungen können die steuerlich begünstigten Kosten auf zwölf Jahre verteilt zu 100 % abgeschrieben werden (im Jahr der Herstellung und in den folgenden sieben Jahren jeweils 9%, in den folgenden vier Jahren jeweils 7%).
- Bei Gebäuden oder Wohnungen, die vom Eigentümer selbst bewohnt werden, reduziert sich der Abschreibungsbetrag auf 90% (zehn Jahre zu 9%).